Altersgerechtes Wohnen 2026: Umbau statt Umzug wird bundesweit zur Standardstrategie

26.02.2026 · Redaktion

Immer mehr Haushalte entscheiden sich 2026 bundesweit für „Umbau statt Umzug“. Statt die vertraute Umgebung zu verlassen, wird die eigene Wohnung oder das eigene Haus schrittweise barriereärmer gemacht. Die Gründe sind ähnlich überall: emotionale Bindung, steigende Wohnkosten und der Wunsch, möglichst lange selbstbestimmt zuhause zu leben.

Im Zentrum stehen dabei Maßnahmen, die Sicherheit und Alltagstauglichkeit schnell verbessern. In vielen Fällen beginnt es mit kleinen, aber wirksamen Anpassungen: bessere Beleuchtung, rutschhemmende Bodenbeläge, Handläufe an kritischen Stellen, Haltegriffe im Bad. Danach folgen größere Schritte, vor allem im Badezimmer. Bodengleiche Duschen, höher gesetzte WCs und ausreichend Bewegungsfläche gelten als klassische „Gamechanger“, weil sie Stürze reduzieren und Pflegehandlungen erleichtern.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die vertikale Mobilität. In Ein- und Mehrgeschosswohnungen wird die Treppe häufig zum größten Hindernis. Deshalb steigt die Nachfrage nach Lösungen, die Etagen wieder nutzbar machen: je nach Treppenart und Platzangebot kommen Sitzlifte, Plattformsysteme oder alternative Übergangslösungen in Betracht. Fachbetriebe berichten, dass viele Anfragen heute nicht mehr erst bei akuter Not kommen, sondern präventiv. Menschen wollen früh planen, bevor ein Sturz oder eine Krise den Handlungsdruck erhöht.

Finanziell wird der Umbau oft durch eine Kombination aus Eigenmitteln und Förderungen getragen. Für Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad bleibt der Zuschuss der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zentral. Hier können bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme genutzt werden. Beratungseinrichtungen empfehlen, frühzeitig mit der Pflegekasse zu klären, welche Maßnahmen anerkannt werden, und Angebote so zu formulieren, dass der Nutzen für die Pflege nachvollziehbar ist.

Gleichzeitig zeigt sich 2026 ein Trend zu modularen Umbaukonzepten. Statt einer „Großbaustelle“ wird in Etappen geplant: zuerst Bad und Zugänge, danach Türen und Schwellen, anschließend eventuell Smart-Home-Elemente wie Lichtautomation oder Notruflösungen. Das ist pragmatisch, weil Haushalte so schneller spürbare Verbesserungen bekommen und Budgets besser steuern können.

Experten betonen zudem den Immobilienaspekt: Barrierearme Ausstattungen werden zunehmend als wertstabilisierend wahrgenommen. Ein Gebäude, das in unterschiedlichen Lebensphasen nutzbar bleibt, spricht eine größere Zielgruppe an. In einer alternden Gesellschaft wird das nicht weniger, sondern mehr relevant.

Der Umbau ersetzt nicht jede Pflege, aber er verschiebt Grenzen. Wer sicher duschen kann, Wege ohne Stufen bewältigt und Etagen nutzen kann, bleibt länger selbstständig. 2026 wird das bundesweit immer häufiger zur Standardstrategie.

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