MD-Begutachtungen 2026: Bundesweit mehr Video- und Telefontermine in der Pflegegrad-Prüfung

25.02.2026 · Redaktion

Begutachtungen zur Einstufung in einen Pflegegrad werden 2026 bundesweit häufiger durch digitale Elemente ergänzt. Der Medizinische Dienst (MD) setzt in vielen Fällen verstärkt auf telefonische Vorabklärungen und Videoformate, um Abläufe effizienter zu gestalten.

In der Praxis bedeutet das: Vor dem eigentlichen Vor-Ort-Termin finden häufiger strukturierte Telefoninterviews statt, in denen grundlegende Informationen abgefragt werden. In Einzelfällen werden auch Video-Termine genutzt, etwa wenn kurzfristige Einschätzungen erforderlich sind oder organisatorische Hürden einen Hausbesuch verzögern.

Experten sehen darin vor allem einen Versuch, steigende Fallzahlen besser zu bewältigen. Die Zahl der Pflegegrad-Anträge nimmt bundesweit weiter zu, was den Begutachtungsdruck erhöht. Digitale Prozesse können helfen, Termine besser zu planen, Unterlagen früher anzufordern und Rückfragen schneller zu klären.

Beratungsstellen betonen jedoch, dass digitale Formate den persönlichen Eindruck nicht vollständig ersetzen können. Entscheidend bleibt eine sachgerechte Einschätzung der Selbstständigkeit im Alltag. Familien sollten daher weiterhin Pflegetagebücher führen, Einschränkungen dokumentieren und relevante Befunde geordnet bereithalten.

Datenschutz und technische Voraussetzungen spielen ebenfalls eine Rolle. Nicht alle Haushalte verfügen über stabile Internetverbindungen oder geeignete Endgeräte. Anbieter und Kassen setzen deshalb parallel weiterhin auf klassische Verfahren, um niemanden auszuschließen.

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass digitale Begleitprozesse auch über 2026 hinaus eine größere Rolle spielen werden. Ziel bleibt, Begutachtungen bundesweit zeitnah und nachvollziehbar umzusetzen, ohne die Qualität der Einschätzung zu beeinträchtigen.

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