Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland hat 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Nach aktuellen bundesweiten Auswertungen sind inzwischen mehr als fünf Millionen Menschen auf Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung angewiesen. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre weiter fort.
Als Hauptursache gilt die demografische Entwicklung. Die Bevölkerung altert kontinuierlich, während gleichzeitig geburtenstarke Jahrgänge in ein pflegeintensiveres Lebensalter eintreten. Hinzu kommen verbesserte Diagnoseverfahren, die insbesondere bei kognitiven Erkrankungen wie Demenz zu einer früheren Einstufung führen.
Ein Großteil der Pflege findet weiterhin im häuslichen Umfeld statt. Angehörige übernehmen dabei einen wesentlichen Teil der Versorgung. Dennoch steigt auch die Nachfrage nach professionellen ambulanten Diensten deutlich an. Stationäre Einrichtungen berichten ebenfalls von hoher Auslastung.
Experten sehen dringenden Handlungsbedarf auf Bundesebene. Neben einer nachhaltigen Finanzierung der Pflegeversicherung geht es um den Ausbau von Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige. Beratungsleistungen, Schulungen und Entlastungsangebote gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Parallel dazu rückt die Prävention stärker in den Fokus. Maßnahmen zur Sturzvermeidung, barrierefreie Umbauten sowie technische Assistenzsysteme sollen dazu beitragen, Pflegebedarfe möglichst lange hinauszuzögern. Auch der altersgerechte Umbau von Wohnraum spielt dabei eine zentrale Rolle.
Fachverbände fordern langfristige Strategien, um die Versorgungssicherheit in den kommenden Jahrzehnten zu gewährleisten. Ohne strukturelle Anpassungen drohen Engpässe sowohl bei Personal als auch bei finanziellen Ressourcen.