Pflegegrade 2026: Deutlich mehr Neuanträge sorgen für längere Bearbeitungszeiten

23.02.2026 · Redaktion

Im ersten Quartal 2026 verzeichnen Pflegekassen bundesweit einen deutlichen Anstieg an Neuanträgen auf Einstufung in einen Pflegegrad. Nach internen Auswertungen verschiedener Landesverbände liegt das Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei rund 15 bis 20 Prozent. Die Entwicklung führt in vielen Regionen zu verlängerten Bearbeitungszeiten.

Hintergrund der steigenden Zahlen ist vor allem die demografische Entwicklung. Die Generation der Babyboomer erreicht zunehmend ein Alter, in dem gesundheitliche Einschränkungen häufiger auftreten. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Leistungsansprüche gegenüber der Pflegeversicherung. Viele Angehörige informieren sich frühzeitig über mögliche Unterstützungsangebote.

Pflegeexperten berichten, dass insbesondere Anträge im Zusammenhang mit beginnender Demenz sowie eingeschränkter Mobilität zunehmen. Die Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst erfolgen weiterhin nach festen Kriterien. Dennoch kommt es in einzelnen Bundesländern zu Wartezeiten von mehreren Wochen.

Für Betroffene bedeutet dies, dass Leistungen wie Pflegegeld oder Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen unter Umständen verzögert ausgezahlt werden. Fachberater empfehlen deshalb, Anträge möglichst frühzeitig zu stellen und notwendige Unterlagen vollständig einzureichen.

Auch Beratungsstellen beobachten eine steigende Nachfrage. Viele Familien suchen Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Begutachtung. Eine gute Dokumentation des Pflegebedarfs kann den Prozess beschleunigen.

Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Zahl der Anträge im Jahresverlauf weiter steigen wird. Politisch wird daher diskutiert, zusätzliche Ressourcen für Begutachtungen bereitzustellen, um die Bearbeitungsdauer zu verkürzen.

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