Sturzprävention gewinnt 2026 bundesweit weiter an Bedeutung. Gesundheits- und Pflegeakteure setzen verstärkt auf Wohnumfeld-Checks, um Risiken im Alltag frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.
Stürze zählen zu den häufigsten Ursachen für Verletzungen im höheren Alter und können Pflegebedürftigkeit beschleunigen. Experten betonen daher, dass vorbeugende Maßnahmen nicht nur medizinisch sinnvoll sind, sondern auch langfristig das Pflegesystem entlasten können.
Im Mittelpunkt vieler Initiativen stehen praktische Anpassungen in der Wohnung: Entfernen von Stolperfallen, bessere Beleuchtung, rutschhemmende Bodenbeläge, Haltegriffe im Bad sowie sichere Handläufe an Treppen. Auch technische Lösungen wie Bewegungsmelder oder Nachtlichtsysteme werden häufiger empfohlen.
Beratungsstellen berichten von wachsendem Interesse an präventiven Checks. Besonders Angehörige suchen nach konkreten Maßnahmen, die ohne großen Umbauaufwand schnell umgesetzt werden können. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an größeren Anpassungen, etwa bodengleichen Duschen oder Treppenhilfen, hoch.
Ein wichtiger Baustein ist die Finanzierung. Pflegekassen unterstützen wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bei anerkanntem Pflegegrad mit Zuschüssen von bis zu 4.180 Euro. Experten raten, frühzeitig zu prüfen, welche Maßnahmen als förderfähig gelten und welche Nachweise erforderlich sind.
Fachleute erwarten, dass Sturzprävention künftig noch stärker als Standardthema in Pflegeberatung und Gesundheitsprogrammen verankert wird. Ziel ist es, Selbstständigkeit zu erhalten, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und Pflegebedarfe langfristig hinauszuzögern.